Autor: Juliana

Vom Bücherflohmarkt zur Golden Backlist

Letztes Wochenende fand ich auf meinem Schreibtisch einen kleinen, unscheinbaren Zeitungsartikel. Er kündigte einen großen Bücherflohmarkt im Nachbarort an und mein Vater hatte ihn mir hingelegt. Er kennt mich eben ausgesprochen gut. Sowohl ihm als auch mir war wohl umgehend klar, dass ich dort hin muss. Genau wie ich nie an Buchhandlungen und Bibliotheken vorbeikomme, muss ich bei Bücherflohmärkten mindestens einen kurzen Halt einlegen. Zumal es von dieser Sorte nicht allzu viele im näheren Umfeld gibt. Eine solch seltene Gelegenheit lasse ich mir daher nicht so schnell entgehen, dachte ich mir.Weiterlesen

Emanuel Bergmann: Der Trick

Am 24. Februar 2016 wurde der Debütroman Der Trick von Emanuel Bergmann erstmals in Deutschland veröffentlicht und es freut mich umso mehr, dass ich ihn heute anlässlich des Erscheinens der Taschenbuchausgabe nochmals vorstellen darf.

Die Geschichte besteht aus zwei Handlungen, die sozusagen parallel verlaufen, obwohl sie zunächst sowohl zeitlich als auch räumlich weit voneinander entfernt sind. Je mehr man liest, desto näher kommen sich die beiden Handlungsstränge, sodass schnell klar wird, dass sie sich höchstwahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt überkreuzen werden. Um euch einen besseren Einblick in die Ausgangssituation zu gewähren, möchte ich kurz näher auf die einzelnen Perspektiven eingehen.Weiterlesen

Dem Bauchgefühl vertrauen

Wenn die Gedanken im Alltagswahnsinn ruhelos durch die Gegend schwirren, breitet sich bei mir meist auch beim Lesen eine gewisse Unruhe aus. Die Tage stecken oftmals voller Eindrücke und Erlebnisse, die einen manchmal mehr und manchmal weniger beschäftigen. In einer vermeidlich ruhigen Minute schlage ich ein Buch auf, lese die ersten Seiten und halte plötzlich mit einem unguten Gefühl inne. Was habe ich eigentlich gelesen? Worum ging es gerade? Also nochmal von vorne. Einen Schritt zurück. Weiterlesen. Und es kommt dennoch unweigerlich der nächste Moment, in dem ich stecken bleibe. Nicht weiterkomme. Quasi nicht warm werde mit dem vorliegenden Text.Weiterlesen

Sarah Elise Bischof: Panthertage

Am 5. Oktober fand der so genannte Tag der Epilepsie statt, an dem sich die Autorin Sarah Elise Bischof gemeinsam mit weiteren Experten als Ansprechpartner für Betroffene, Angehörige und andere Interessierte zur Verfügung stellte. Mir hat diese Information eine Erinnerung ins Gedächtnis zurückgerufen. Und zwar daran, was ich damals beim Lesen ihrer „Panthertage“ empfand. Ein wichtiges Buch, das nicht in Vergessenheit geraten darf und das ich euch daher an dieser Stelle erneut ans Herz legen möchte.Weiterlesen

Für mehr Kreativität im Leben

Am Donnerstag vor einer Woche hatte ich das Glück an einer Veranstaltung teilzunehmen, die mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Buchhändlerin bin ich zurzeit an der Berufsschule in Frankfurt, an der beinahe wöchentlich ein breites Angebot an Abendveranstaltungen geboten wird. Ob Autoren, Verlage, Lektoren oder Illustratoren – es ist alles dabei, was in irgendeiner Form mit der Branche in Verbindung steht.Weiterlesen

Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben

In diesem, im mehrfachen Sinne, gewaltigen Werk von Hanya Yanagihara geht es um so vieles im Leben, das im Grunde nicht in Worte zu fassen ist. Wie vom Verlag angekündigt, verspüre ich das dringende Bedürfnis darüber zu reden und zu schreiben, finde im gleichen Augenblick aber nicht die passenden Worte, um auszudrücken, wovon es handelt oder was es mit mir gemacht hat. Vielleicht schrecke ich sogar etwas davor zurück, mich an den Laptop zu setzen. Starre anfangs auf die weisse Seite. Innerlich noch immer zutiefst betroffen von dem menschlichen Wunsch nach ein wenig Leben.Weiterlesen

Wenn der Funke überspringt

Die scheinbar einfache Frage nach einem Lieblingsschriftsteller oder einer Lieblingsschriftstellerin gestaltet sich für mich beinahe ebenso schwierig wie die nach einem Lieblingsbuch. Wenn ich mich umhöre, kommen die Antworten wie aus der Pistole geschossen. Manchmal wird ein paar Sekunden überlegt, woraufhin in überzeugtem Tonfall bestimmte Autoren genannt werden. Im Rahmen der Literaturaktion #Buchpassion von Janine dreht sich dieses Jahr alles um dieses Thema. Wer hat dich oder dein bisheriges Leben auf literarischem Weg besonders geprägt? Bei welchem Autor rennst du umgehend in die nächste Buchhandlung, um dich blindlings in die allerneueste Neuerscheinung zu stürzen?Weiterlesen

Jason Starr: Phantasien

Wenn man durch die Straßen läuft, fragt man sich hin und wieder wie es wohl hinter den verschlossenen Türen aussieht. Manche Häuser strahlen eine heile Welt aus. Aber was für ein Leben leben die Menschen, die in der eigenen Nachbarschaft oder im selben Ort wohnen wirklich? Schließlich liest man in den Nachrichten oft genug von den schrecklichsten Taten und hinterher will davon niemand auch nur etwas geahnt haben. Obwohl sich in unmittelbarer Nähe dramatische Familientragödien ereignen, die alles ins Chaos stürzen.Weiterlesen

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne

Es liegt mehrere Wochen zurück, dass ich Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson gelesen habe. Seitdem geistert es mir immer wieder im Kopf herum. Kurze Momentaufnahmen blitzen auf, wie die Sonne, die sich einen Weg durch die Wolken bahnt. Während dem Lesen ist deutlich spürbar, dass viele Gegensätze aufeinanderprallen und so eine unvergleichbar schöne Geschichte entstehen lassen, die sich vom Mainstream abhebt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.Weiterlesen

Sarah Kuttner: 180° Meer

Manchmal läuft es im Leben nicht rund und man trägt den ein oder anderen Ballast mit sich herum. So auch im Leben von Jule. Schon in ihrer Kindheit musste sie schauen, wie sie mit ihrer depressiven Mutter und einem Vater, der sich nach wenigen Jahren aus dem Staub machte, am besten umgeht. Bis heute ruft ihre Mutter sie regelmäßig an, um ihre eigenen negativen und meist sehr egoistischen Sorgen bei ihr abzuladen. Zu ihrem Vater hat sie gar keinen Kontakt. Als es dann noch ihre Beziehung trifft, die plötzlich Risse bekommt, ist eine Grenze überschritten. Hals über Kopf packt sie ihre Tasche und fliegt zu ihrem jüngeren Bruder nach England, um dort erstmal auf Abstand zu gehen und ihre Gefühle zu ordnen.Weiterlesen