Buchtipps: Mudbound – Wir hier draussen – Das Glück ist ein Vogerl

Hillary Jordan: Mudbound – Die Tränen von Mississippi

Im Jahr 1946 ist das Leben in Mississippi nicht nur aufgrund des Krieges hart und erbarmungslos. Auf der Farm und dem restlichen Gelände, das Laura und ihr Mann verpachten, ist man stets von braunem, nassen Schlamm umgeben. In jeder Ritze, jeder Ecke sitzt er. Seine Kälte kriecht dir unter die Haut. Er klebt an deiner Kleidung und arbeitet sich vor bis in die Falten in deinem Gesicht. Wenn es regnet, ist er besonders hartnäckig. Neben all den Unwägbarkeiten, die mit dem Leben auf dem Land einhergehen, ist es aber insbesondere die unverkennbare und hasserfüllte Rassentrennung, mit der man konfrontiert wird. Hillary Jordan erzählt die Geschichte zweier Familien, die eigentlich auf entgegengesetzten Seiten stehen und deren Schicksale dennoch auf grausame Weise eng miteinander verbunden sind. Eine Tragödie, die sich unaufhaltsam zuspitzt und mich fassungslos macht. Ein Verhalten der Gesellschaft, das sich mir bis heute nicht erschließt, mir fremd ist. Eine Tat, die nicht unmenschlicher sein könnte.

Andrea Hejlskov: Wir hier draussen – Eine Familie zieht in den Wald

Viele von euch kennen es wahrscheinlich. Der erste Griff am Morgen geht zielsicher zum Smartphone. Die ersten Nachrichten prasseln auf dich ein. Aus den sozialen Medien. Aus der Welt. Neuigkeiten, die mehr oder weniger interessant sind. Wenn wir ehrlich sind, meistens eher weniger. Am Bahnhof wird man auf einem großen Display von weiteren News und Werbespots empfangen. Spätestens abends wird dann oft nochmal der Fernseher eingeschaltet, um bloß nichts zu verpassen. Ein ewiger Kreislauf, der sich vermutlich bei der Mehrheit der Bevölkerung so abspielt. Und all das ist nur ein kleiner Teil der Dinge, von denen wir uns bewusst oder unbewusst abhängig machen. Die das Wesentliche überdecken. Immer erreichbar sein, überall mitreden können, noch nicht genug haben. Andrea hat gemeinsam mit ihrer Familie den mutigen Entschluss gefasst, sich von alldem abzukapseln und sich ein Leben im Wald aufzubauen. Eine Erfahrung, die alle Familienmitglieder an ihre Grenzen bringt und die mit nichts zu vergleichen ist. Mich hat dieser persönliche Einblick in ein Leben fernab der Gesellschaft mit all den strengen, geregelten Erwartungen und dem maßlosen Luxus sehr beeindruckt.

Ingrid Kaltenegger: Das Glück ist ein Vogerl

Der Franz hatte schon immer den großen Wunsch, das Leben eines Rockstars zu führen. Stattdessen ist er als Gitarrenlehrer an einer Schule gelandet und verzweifelt dort täglich an den schrägen Tönen, die seine eher mäßig talentierten Schüler von sich geben. Und auch seine Frau, die Linn, hängt ihren Träumen nach. Nicht zu vergessen die Julie, Tochter der Familie und Teenager mit allem, was dazu gehört. Eine Konstellation, der man so oder so ähnlich sicherlich in vielen Familien begegnet. Und als wäre das noch nicht genug, erscheint dem Franz plötzlich nach einem Autounfall ein Geist, nämlich der Egon, der auf der Suche nach seiner ersten großen Liebe war. Damit nimmt das charmante Chaos seinen Lauf. Ich habe gelacht, geschmunzelt und mich überhaupt durchgehend gut unterhalten gefühlt.

Welches Buch hat dich zuletzt fasziniert, zum Lachen gebracht oder zutiefst berührt?

2 Kommentare

  1. „Mudbound“ fasziniert mich sehr, ich glaube, das wäre auch voll ein Buch für mich! Danke für die tollen Tipps, ich wünsche Dir einen großartigen Start in das neue Jahr!
    Viele liebe Grüße
    Liesa

    • Gerade habe ich bei dir auf dem Blog ein paar Worte geschrieben. Da habe ich mich jetzt sehr gefreut als ich deinen Kommentar entdecken durfte. Und ja, da könntest du recht haben. Das könnte tatsächlich ein Buch für dich sein. Ich würde mich freuen, wenn du mir irgendwann erzählst wie du es fandest, solltest du es lesen. Die Verfilmung auf Netflix will ich auch noch unbedingt weiterschauen, hatte schon die erste Hälfte geguckt und die ist so nah dran am Buch, das hat mir außerordentlich gut gefallen! Viele liebe Grüße
      Juliana

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