Buchtipp Rezensionen

Emanuel Bergmann: Der Trick

Am 24. Februar 2016 wurde der Debütroman Der Trick von Emanuel Bergmann erstmals in Deutschland veröffentlicht und es freut mich umso mehr, dass ich ihn heute anlässlich des Erscheinens der Taschenbuchausgabe nochmals vorstellen darf.

Die Geschichte besteht aus zwei Handlungen, die sozusagen parallel verlaufen, obwohl sie zunächst sowohl zeitlich als auch räumlich weit voneinander entfernt sind. Je mehr man liest, desto näher kommen sich die beiden Handlungsstränge, sodass schnell klar wird, dass sie sich höchstwahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt überkreuzen werden. Um euch einen besseren Einblick in die Ausgangssituation zu gewähren, möchte ich kurz näher auf die einzelnen Perspektiven eingehen.

Den zehnjährigen Max Cohn beschäftigt vor allem eine Sache. Nämlich die drohende Scheidung seiner Eltern. Verständlicherweise möchte er das nicht wahrhaben und alles unternehmen, um diesen Riss in der Familie zu verhindern. Als er auf der Schallplatte des Großen Zabbatini einen Liebeszauber entdeckt, steigen seine Hoffnungen schier ins Unermessliche. Hals über Kopf macht er sich auf die Suche nach dem Zauberer.

Das Leben von Mosche Goldenhirsch beginnt bereits lange bevor Max überhaupt nur das Licht der Welt erblickt. Im Alter von fünfzehn Jahren taucht der Sohn eines Rabbiners zum ersten Mal in die magische Welt des Zirkus ab. Gebannt verfolgt er die Künste des „Halbmondmanns“, die ihn zutiefst beeindrucken und in ihm einen Schalter umlegen. Von nun an erhält sein Leben einen vollkommen neuen Sinn. Es führt ihn auf einen Weg, der zu Zeiten des 2. Weltkrieges und der Judenverfolgung über Leben und Tod entscheiden wird.

Bei manchen Büchern muss ich gar nicht groß überlegen. Ich lege sie zur Seite und will meine Gedanken am liebsten sofort und auf der Stelle niederschreiben. Die Wörter purzeln nur so aus mir heraus und sind kaum zu stoppen. Bei Der Trick war es ähnlich. Die Begeisterung ist einerseits kaum zu übertreffen, kommt andererseits jedoch relativ ruhig daher.

Die Geschichte von Mosche und Max verdeutlicht, wie außerordentlich wichtig es ist, an Träume und Wünsche zu glauben. Den Glauben an sich selbst und das eigene Dasein niemals zu verlieren. Sie handelt von Liebe und Freundschaft. Vom engen Zusammenhalt innerhalb der Familie. Von Vertrauen und Mut in schwierigen oder gar dramatischen Lebenssituationen. Von traurigen und lustigen Zeiten. Ich könnte noch eine ganze Weile so weitermachen. In diesem Buch stecken ungemein viele Facetten, die es zu entdecken lohnt und die mich exakt aus diesem Grund an die Seiten fesselten.

Vor allem gegen Ende entfaltet das Geschehen einen außergewöhnlichen Zauber. Da schlugen bei mir die Gefühle ein wie der sprichwörtliche Blitzschlag. Ich habe mich während des Lesens im Zug mit Tränen in den Augenwinkeln ertappt und hatte im nächsten Moment schon wieder ein Lächeln im Gesicht. Ab diesem Augenblick gab es nur noch einen Gedanken, der alles andere überdeckte: Lest es! Bitte lest dieses Buch!


Emanuel Bergmann: Der Trick. Diogenes Verlag.
ISBN: 978-3-257-24400-7. 400 Seiten. 13,00 Euro.

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