Buchtipp Rezensionen

Khaled Hosseini: Drachenläufer

Amir und Hassan wachsen gemeinsam in Afghanistan auf. Das besondere an dieser engen Freundschaft ist die Tatsache, dass Amir Sohn eines relativ wohlhabenden und anerkannten Mannes ist. Hassan hingegen ist der Sohn des Hausdieners und steht damit auf einer völlig anderen Stufe der Hierarchie. Dennoch wachsen sie zusammen auf und verbringen viel Zeit miteinander.

Immer wieder stärkt Hassan seinem Freund den Rücken. In brenzligen Situationen springt er für ihn ein und steht ihm zur Seite. Eines Tages wendet sich dieses Blatt. Hassan befindet sich in einer schier ausweglosen und vor allem grausamen Situation. Amir muss mit ansehen, wie seinem besten Freund schwere Schmerzen zugefügt werden, körperlich und vor allem seelisch. Statt Mut zu beweisen und Hassan zu retten, kehrt er ihm den Rücken zu und läuft davon.

Khaled Hosseini erzählt von einer tiefen Freundschaft, die von heute auf morgen auseinander bricht. Er beschäftigt sich mit der Frage nach Schuld und nimmt den Leser mit auf eine Reise. Auf diese Weise erlebt man hautnah was es heißt in einem Land wie Afghanistan aufzuwachsen. Ein Leben, das plötzlich von Taliban beherrscht und unterdrückt wird.

Wie entwickelt sich das Leben von Amir und Hassan weiter? Und ist ihre Freundschaft für immer zerstört? Diese zentralen Fragen haben mich während des Lesens stets begleitet und stark bewegt. Drachenläufer ist ein Buch, das wie kein anderes unter die Haut geht. An manchen Stellen muss man tief durchatmen, bevor man überhaupt weiterlesen kann und möchte. Es wird nichts versteckt oder beschönigt. Khaled Hosseini zieht in dieser Geschichte einen perfekten Bogen vom Anfang zum Ende. Wie ein Kreislauf, der sich am Ende schließt.

Khaled Hosseini: Drachenläufer. Berlin Verlag.
ISBN: 978-3-8333-0149-0. 384 Seiten. 11,00 Euro.

Foto oben: Aaron Burden auf Unsplash

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