Monate: März 2018

5 Bücher, die ich gerne lesen möchte

Nach einer vorübergehenden Durststrecke kommt bei mir mit den ersten Sonnenstrahlen gerade auch wieder die Lust am Lesen zurück. Im letzten Beitrag habe ich bereits angedeutet, dass ich zurzeit mit einigen Büchern nicht so recht warm werde. Diese Phase scheint nun glücklicherweise langsam, aber sicher ein Ende zu finden. Meine derzeitige Lektüre Die Gierigen von Karine Tuil trägt ganz gut dazu bei. Es besteht scheinbar ausschließlich aus grenzenloser Hoffnungslosigkeit und ist durchzogen von Verbitterung, Aggression und Abhängigkeiten. Trotz dieser Negativität entwickelt es eine ungemeine Sogkraft, der ich mich momentan nicht entziehen kann. Abgesehen davon werfe ich außerdem schon einen Blick voraus und zwar auf die Bücher, die ich in nächster Zeit gerne lesen möchte.

Es sind die stillen Momente, die zählen.

Es gibt Zeiten, da springe ich unruhig von Buch zu Buch ohne eins zu beenden. Ich lese ungefähr die ersten 50 Seiten und lasse mich von einer anderen Geschichte ablenken, bei der ich aber ebenfalls nicht stecken bleibe. Die Augen folgen den Zeilen, der Kopf nimmt aber nichts von dem Gelesenen auf. In den meisten Fällen ist diese Unruhe auf irgendwelche äußeren Umstände zurückzuführen. Letzte Woche hat mich ein überraschender Eingriff beim Zahnarzt aus dem Konzept gebracht. Dass mir ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt dieses kleine, stille Buch in die Hände fiel, kann ich nur als Wink des Schicksals verstehen.

Eric Nil: Abifeier

Seit über dreißig Jahren sind meine Eltern glücklich verheiratet. Dass das heutzutage in vielen Fällen alles andere als selbstverständlich ist, wird auch in dem Roman Abifeier von Eric Nil schnell klar. Für viele Menschen ist das klassische Familienbild eingestaubt. Die Realität sieht mittlerweile anders aus. Wie die einzelnen Flicken einer Patchworkdecke sind in der heutigen Zeit auch Familien immer öfters wild zusammengewürfelt. In einer solchen Konstellation befindet sich auch der Ich-Erzähler der vorliegenden Geschichte. Und als wäre es nicht genug, die mehr oder weniger begeisterten Familienmitglieder und deren Gefühle unter einen Hut zu bekommen, steht auch noch die Abschlussfeier der Tochter auf dem Plan. Du kannst es dir vermutlich schon denken. Das Chaos ist damit quasi vorprogrammiert.

Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz

Sobald ich auch nur an Dunkelgrün fast schwarz denke, fängt mein Herz an schneller zu schlagen. Es ist eine Geschichte von außergewöhnlicher Intensität. Zwischen den unzähligen Neuerscheinungen, die Monat für Monat erscheinen, nimmt es einen ganz besonderen Stellenwert ein. Ende letzten Jahres durfte ich das Buch lesen und hätte im Anschluss am liebsten meine Begeisterung in die Welt hinausgeschrien und es jedem, der mir über den Weg läuft, in die Hände gedrückt. Gleichzeitig hat das Gelesene bewirkt, dass meine Gedanken daran bis heute ziellos umherschwirren. Sie lassen sich nicht einfangen, strahlen aber eine kaum zu übertreffende Präsenz aus. Ähnlich habe ich zuletzt bei Das größere Wunder von Thomas Glavinic empfunden. Beides sind für mich Lebensbücher. Ich lese sie nicht nur, ich lebe sie. Atme sie förmlich ein, wodurch sie ein Teil von mir werden.