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Bernhard Schlink: Olga

Bernhard Schlink und ich, das ist so eine Sache. Natürlich ist mir sein Name schon sehr lange ein Begriff. Große Bekanntheit erlangte er bereits vor vielen Jahren als Der Vorleser veröffentlicht wurde und diese allein schon aufgrund des Altersunterschieds der Protagonisten außergewöhnliche Liebesgeschichte Wellen schlug. Bei uns zählte es damals nicht zur Schullektüre und so ist es die ganze Zeit an mir vorbeigezogen. Vor wenigen Wochen habe ich es nun gelesen und bald darauf folgte Olga, wodurch ich selbst literarisch also erst dieses Jahr mit den Werken von Schlink in Berührung kam.

Bereits kurz vor Erscheinen klangen die ersten vorsichtigen, aber auch überaus positiven Stimmen zu Olga innerhalb der Buchbranche durch. Relativ schnell nach der Veröffentlichung stand es auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste. Auch wenn man sich nur ungern beeinflussen lässt und solche Listen für mich sowieso kaum Aussagekraft besitzen, waren meine Erwartungen dadurch auf ein gewisses Maß angestiegen.

Wir erleben wie sich zwei Menschen kennen und eines Tages lieben lernen. Zunächst ist es eine tiefe Freundschaft, die die beiden verbindet. Später schlägt es in eine ebenso tiefe Liebe um, die aber schon bald auf die Probe gestellt wird. Herbert zieht es in die Welt hinaus. Auf dieser Reise verschlägt es ihn bis in die eisige Kälte der Arktis. Ein verhängnisvolles Abenteuer, das die Beziehung der beiden nicht unbeschadet lässt und schwerwiegende Folgen nach sich zieht. Olga lernt man hingegen als bodenständige, lernwillige und vor allem starke Persönlichkeit kennen. Sie weiß, was sie sich vom Leben wünscht und packt die Sachen zielstrebig und pflichtbewusst an.

Die Grundzüge der Geschichte versprachen viel. Eine Liebe zwischen zwei Menschen, die im Grunde vollkommen unterschiedliche Erwartungen ans Leben stellen. Kann das gutgehen? Das bietet ordentlich Potenzial, in erster Linie für Emotionen, Emotionen und noch mehr Emotionen. Und doch musste ich nach dem Lesen leider eines feststellen: Bernhard Schlink und ich passen wohl nicht zusammen. Die Wörter, die er wählt, fließen beinahe belanglos ineinander. Das Erzählte bleibt an der Oberfläche, geht viel zu wenig in die Tiefe. Seine Sprache ruft keinerlei Gefühle in mir hervor. Es trifft mich schlichtweg nicht dort, wo es mich im besten Fall treffen sollte. Im Herzen. Das Feedback aus den Medien fällt ganz anders aus. Mir ist zumindest noch niemand oder keine Rezension begegnet, die das Buch nicht in den höchsten Tönen gelobt hätte. Das verdeutlicht nur wieder, dass es mein subjektives Empfinden ist. Jeder nimmt das Gelesene anders wahr. Reagiert anders darauf. Manchmal ist es vielleicht nur der falsche Moment. Es kann aber auch sein, dass ein Autor und eine Leserin nicht kompatibel sind und andere Vorstellungen haben. Deshalb bin ich mir sicher, dass Olga weiterhin viele begeisterte Leser finden wird, für die es im richtigen Augenblick die passende Lektüre ist!


Titel: Olga
Autorin: Bernhard Schlink
Hardcover – 320 Seiten – 24,00 Euro
ISBN: 978-3-257-07015-6
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