Kategorie: Buchtipp

Emanuel Bergmann: Der Trick

Am 24. Februar 2016 wurde der Debütroman Der Trick von Emanuel Bergmann erstmals in Deutschland veröffentlicht und es freut mich umso mehr, dass ich ihn heute anlässlich des Erscheinens der Taschenbuchausgabe nochmals vorstellen darf.

Die Geschichte besteht aus zwei Handlungen, die sozusagen parallel verlaufen, obwohl sie zunächst sowohl zeitlich als auch räumlich weit voneinander entfernt sind. Je mehr man liest, desto näher kommen sich die beiden Handlungsstränge, sodass schnell klar wird, dass sie sich höchstwahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt überkreuzen werden. Um euch einen besseren Einblick in die Ausgangssituation zu gewähren, möchte ich kurz näher auf die einzelnen Perspektiven eingehen.Weiterlesen

Sarah Elise Bischof: Panthertage

Am 5. Oktober fand der so genannte Tag der Epilepsie statt, an dem sich die Autorin Sarah Elise Bischof gemeinsam mit weiteren Experten als Ansprechpartner für Betroffene, Angehörige und andere Interessierte zur Verfügung stellte. Mir hat diese Information eine Erinnerung ins Gedächtnis zurückgerufen. Und zwar daran, was ich damals beim Lesen ihrer „Panthertage“ empfand. Ein wichtiges Buch, das nicht in Vergessenheit geraten darf und das ich euch daher an dieser Stelle erneut ans Herz legen möchte.Weiterlesen

Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben

In diesem, im mehrfachen Sinne, gewaltigen Werk von Hanya Yanagihara geht es um so vieles im Leben, das im Grunde nicht in Worte zu fassen ist. Wie vom Verlag angekündigt, verspüre ich das dringende Bedürfnis darüber zu reden und zu schreiben, finde im gleichen Augenblick aber nicht die passenden Worte, um auszudrücken, wovon es handelt oder was es mit mir gemacht hat. Vielleicht schrecke ich sogar etwas davor zurück, mich an den Laptop zu setzen. Starre anfangs auf die weisse Seite. Innerlich noch immer zutiefst betroffen von dem menschlichen Wunsch nach ein wenig Leben.Weiterlesen

Jason Starr: Phantasien

Wenn man durch die Straßen läuft, fragt man sich hin und wieder wie es wohl hinter den verschlossenen Türen aussieht. Manche Häuser strahlen eine heile Welt aus. Aber was für ein Leben leben die Menschen, die in der eigenen Nachbarschaft oder im selben Ort wohnen wirklich? Schließlich liest man in den Nachrichten oft genug von den schrecklichsten Taten und hinterher will davon niemand auch nur etwas geahnt haben. Obwohl sich in unmittelbarer Nähe dramatische Familientragödien ereignen, die alles ins Chaos stürzen.Weiterlesen

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne

Es liegt mehrere Wochen zurück, dass ich Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson gelesen habe. Seitdem geistert es mir immer wieder im Kopf herum. Kurze Momentaufnahmen blitzen auf, wie die Sonne, die sich einen Weg durch die Wolken bahnt. Während dem Lesen ist deutlich spürbar, dass viele Gegensätze aufeinanderprallen und so eine unvergleichbar schöne Geschichte entstehen lassen, die sich vom Mainstream abhebt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.Weiterlesen

Sarah Kuttner: 180° Meer

Manchmal läuft es im Leben nicht rund und man trägt den ein oder anderen Ballast mit sich herum. So auch im Leben von Jule. Schon in ihrer Kindheit musste sie schauen, wie sie mit ihrer depressiven Mutter und einem Vater, der sich nach wenigen Jahren aus dem Staub machte, am besten umgeht. Bis heute ruft ihre Mutter sie regelmäßig an, um ihre eigenen negativen und meist sehr egoistischen Sorgen bei ihr abzuladen. Zu ihrem Vater hat sie gar keinen Kontakt. Als es dann noch ihre Beziehung trifft, die plötzlich Risse bekommt, ist eine Grenze überschritten. Hals über Kopf packt sie ihre Tasche und fliegt zu ihrem jüngeren Bruder nach England, um dort erstmal auf Abstand zu gehen und ihre Gefühle zu ordnen.Weiterlesen

Nickolas Butler: Shotgun Lovesongs

Was ist Freundschaft? Für diesen Begriff eine konkrete Definition zu finden ist gar nicht so leicht. Jeder Mensch hat eine Vorstellung davon, geprägt von individuellen Erfahrungen und dem, was man von klein auf vorgelebt bekommt. Eine ebenso interessante Frage ist die nach der eigenen Heimat. Wo fühlt man sich zu Hause und wieso? Nickolas Butler verbindet diese beiden Themen und lässt hierdurch eine sehr warmherzige Geschichte entstehen.Weiterlesen

Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch – Amerika

In Alle Toten fliegen hoch nimmt Joachim Meyerhoff den Leser mit nach Amerika. Raus aus der zwar sehr schönen und ländlichen, aber oft auch monotonen, alltäglichen Idylle. Denn genau dort, oben im Norden Deutschlands, hat der 17-jährige Joachim seine Kindheit verbracht. Nun zieht es ihn in die weite Welt hinaus und ein Stipendium für das Austauschjahr in den USA ist die beste Gelegenheit. Da er jedoch nicht der Einzige ist, der diesen großen Wunsch hegt, ist ein Auswahlverfahren die erste Hürde, der er sich stellen muss. Viele der Teilnehmer wirken auf ihn abgehoben und oberflächlich. Gefühlt trennen ihn Welten von diesen coolen, hippen Jugendlichen. Ob er da tatsächlich mithalten kann und sein Traum wahr wird?Weiterlesen

Jenny Lawson: Irre glücklich

Beim Lesen des Klappentextes lassen Schlagwörter wie Depressionen oder Angststörungen zunächst vermuten, dass es sich bei diesem Buch inhaltlich um eine eher ernste Angelegenheit handelt. Das ist jedoch kein bisschen der Fall und dieser Eindruck hält auch nur höchstens wenige Sekunden an. Denn dreht man das Buch wieder rum und schaut sich die Vorderseite an, springt einem sofort ein frecher, ausgeflippter Waschbär ins Auge, der mit seiner überschäumenden Freude und dem breiten Grinsen absolut ansteckend ist und nicht ziemlich neugierig macht!Weiterlesen