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Für mehr Kreativität im Leben

Am Donnerstag vor einer Woche hatte ich das Glück an einer Veranstaltung teilzunehmen, die mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Buchhändlerin bin ich zurzeit an der Berufsschule in Frankfurt, an der beinahe wöchentlich ein breites Angebot an Abendveranstaltungen geboten wird. Ob Autoren, Verlage, Lektoren oder Illustratoren – es ist alles dabei, was in irgendeiner Form mit der Branche in Verbindung steht. Auf dem Plakat, das den Abend mit Ingrid Gerstbach ankündigte, strahlte mich eine junge Frau mit ihrem freundlichen Lachen an. Der Verweis auf ihr Buch, das einen speziellen Ansatz zum Lösen von Problemen in Unternehmen thematisiert, löste bei mir zunächst keinerlei Assoziationen aus. Unter dem Fachbegriff Design Thinking konnte ich mir rein gar nichts vorstellen. Würde mich also ein Abend erwarten, der mit trockenen, sachlichen Infos aufwartet? Wer weiß, vielleicht würde ich es nach kurzer Zeit bereuen überhaupt hingegangen zu sein. Für so manch einen läge dieser erste Eindruck vielleicht nahe. Andererseits war eine gewisse Neugierde geweckt und manchmal kommt es ja doch ganz anders als gedacht. Und siehe da, in Wahrheit ist schließlich das genaue Gegenteil eingetroffen. Unmittelbar nach der Veranstaltung kribbelte es mir in den Fingern, weshalb ich euch nun hier erzählen möchte, inwiefern ein solch unternehmerischer Ansatz meinen Gedanken frischen Wind einhaucht.

Für gewöhnlich steht man tagtäglich zur selben Zeit auf. Der erste Weg führt ins Badezimmer und anschließend in die Küche zum Frühstück. Danach ruft die Arbeit, die einen die kommenden Stunden in Beschlag nimmt. Währenddessen begegnet man zahlreichen Menschen, die alle in ihrer ganz eigenen Welt leben. Und trotzdem haben alle eines gemeinsam. Fast alle gehen Tag für Tag diesem so genannten Trott nach. Der eigentlich eher unbeliebte Alltagstrott schleicht sich meist heimlich ein und überlagert zugleich alles andere. Die Dinge nehmen automatisch ihren gewohnten Lauf, was sich leicht auf das Handeln auswirkt und vor allem in starren Denkmustern münden kann.

Und was hat das jetzt bitte mit Design Thinking zu tun?

An dieser Stelle komme ich am besten zum Kern der Sache. Ursprünglich geht es bei diesem möglicherweise abstrakt klingenden Ansatz darum, Probleme aus neuen Perspektiven zu betrachten. Nicht die gewohnten, ausgetretenen Pfade zu gehen, die in den meisten Fällen ins Nichts führen oder unnötige Blockaden heraufbeschwören. Blockaden, die sowohl das tägliche Miteinander als auch die Zusammenarbeit im Team erschweren. Viel wichtiger ist es, typische Gewohnheiten zu durchbrechen. Der Kreativität Spielraum zu lassen, sie im besten Fall uneingeschränkt auszuleben, um schlussendlich davon zu profitieren. Ob beruflich oder privat, das ist in diesem Fall unerheblich. Und ja, jeder kann kreativ sein! Ich bin überzeugt davon, dass man sich oft viel zu wenig zutraut und zu viel mehr im Stande wäre. Viel zu schnell rutschen einem unüberlegt Sätze wie „Ich kann das sowieso nicht!“ oder „Das war halt schon immer so!“ raus.

Ingrid Gerstbach ist nicht nur Expertin auf diesem Gebiet, sondern gibt dieses Wissen in Form von konkreten Fallbeispielen und potentiellen Methoden für die Umsetzung an Unternehmen weiter. Viel erwähnenswerter finde ich jedoch die Tatsache, dass sie ihren Zuhörern auf Augenhöhe begegnet und all das mit einer unfassbar sympathischen, authentischen Art vermittelt, die kein bisschen aufgesetzt ist.

Gedanken, die unmittelbar nach der Veranstaltung durch meinen Kopf schwirrten

  • Schenke dir und deinen Mitmenschen mehr Vertrauen.
  • Unterstelle anderen nicht vorschnell „böse“ Absichten.
  • Gehe stets vom Positiven aus.
  • Betrachte Verhaltensweisen, Probleme, Situationen immer aus allen möglichen Winkeln.
  • Wenn du das Gefühl hast, in einer Sackgasse gelandet zu sein, lass dich nicht davon aufhalten, sondern schlage eine andere Richtung ein.
  • Trau dich kreativ zu sein, nicht nur im künstlerischen Sinne.
  • Lass Gewohnheiten, die dich behindern oder belasten, hinter dir.
  • Egal ob es Arbeitskollegen, Kunden, Freunde, Familienmitglieder oder Fremde betrifft, sprich immer offen mit den Menschen, die dich umgeben.
  • Erforsche neue Möglichkeiten, sei neugierig und bleibe niemals stehen.

Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben unterschiedliche Phasen. Jeder Mensch macht andere Erfahrungen. Vor diesem Hintergrund werden Entscheidungen getroffen, Handlungen getätigt und es wird auf unterschiedlichste Art und Weise (auf Probleme) reagiert. Vor dem Vortrag konnte ich noch nichts mit Design Thinking anfangen. Danach war ich dafür um einige Denkanstöße reicher, die mich antreiben, noch mehr über dieses Thema in Erfahrung zu bringen.

Für alle Interessierten lohnt sich der Blick in ihre Bücher, die beim Gabal Verlag erschienen sind und die ich auf alle Fälle noch weiter auskundschaften werde.

Ingrid Gerstbach: 77 Tools für Design Thinker – Insider-Tipps aus der Design-Thinking-Praxis. Gabal Verlag.
ISBN: 978-3-86936-805-4. 340 Seiten. 34,90 Euro.

Ingrid Gerstbach: Design Thinking im Unternehmen. Gabal Verlag.
ISBN: 978-3-86936-726-2. 270 Seiten. 34,90 Euro.

Das ist aber noch lange nicht alles. Wer gerne mehr erfahren möchte, kann sich auf Gerstbach Design Thinking umschauen und sich dort u.a. in Form von Podcasts zum Thema schlau machen.

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