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Januarlektüre 2018

Eigentlich war doch vor wenigen Tagen erst noch Silvester. Ich sehe mich noch im Kreise meiner Familie stehen und mit ihnen auf das neue Jahr anstoßen. Und doch ist diesen Monat so viel passiert, dass es mich gar nicht wundert, wie schnell die Zeit verflogen ist. Zwischen all den Ereignissen und Veränderungen, die bei mir im Januar anstanden, habe ich es geschafft, insgesamt sechs (ok, sie sind fast alle relativ schmal) Bücher zu lesen und diese vor allem auch zu beenden. Zwei weitere Bücher habe ich ein ganzes Stückchen angefangen. Welche das sind und die Frage, ob ich sie überhaupt weiterlesen sollte oder möchte, werde ich bald in einem gesonderten Beitrag thematisieren.

Nicht unerwähnt bleiben darf außerdem noch Sterben von Karl Ove Knausgard. Das hatte ich trotz der schweren Thematik letztes Jahr im Sommerurlaub angefangen und seitdem nicht mehr zur Hand genommen. Nach Monaten war ich jetzt erneut in der Stimmung dafür und habe ein bisschen weitergelesen. Gut möglich, dass es ein Buch ist, das ich nur in Etappen vertrage. Obwohl bislang im Grunde noch nichts Schwerwiegendes passiert ist, strahlt es untergründig doch eine Art Melancholie aus.

Kommen wir zu den Büchern, die ich tatsächlich bis zum Schluss gelesen habe. Welche das waren, seht ihr oben auf dem Bild. Welchen Eindruck sie bei mir hinterlassen haben, verrate ich an dieser Stelle in wenigen Sätzen.

Rimini von Sonja Heiss

Der ganz normale Alltagswahnsinn einer Familie, die alles andere als normal ist. Zum Glück. Manches mag ziemlich überspitzt wirken, aber wenn man ehrlich zu sich ist, stellt Sonja Heiss hier eine äußerst feine Beobachtungsgabe unter Beweis, sodass man als Leser in manchen Situationen entweder sich selbst oder Verhaltensweisen von Freunden, Bekannten oder Verwandten erkennt.

Ein Buch, das bestens für die Leinwand geeignet wäre. Gute Unterhaltung, die nicht länger nachhallt. Diesen Anspruch muss es in dem Fall allerdings auch gar nicht erfüllen.

Alles über Heather von Matthew Weiner

Mark und Karen heiraten, aber richtig aus Liebe geschieht das nicht. Zumindest beruht es nicht auf Gegenseitigkeit. Im Prinzip verfolgt jeder seine eigenen Ziele. Als aber schließlich ihre Tochter Heather auf die Welt kommt, dreht sich alles nur noch um sie. Die bedingungslose Liebe zu ihr haben beide gemeinsam. Sie buhlen beinahe um ihre Aufmerksamkeit. Das Auftauchen von Bobby bringt das Unberechenbare in die scheinbar heile Welt der Breakstones und doch ruft der weitere Verlauf keinerlei Spannung hervor. Die angekündigte Katastrophe blieb meines Erachtens aus. Schockierend oder überraschend ist jedenfalls anders.

Vielleicht habe ich die Geschichte nicht verstanden. Vielleicht hält der Hype aber auch einfach nicht, was er verspricht. Ich habe alles eher platt und oberflächlich empfunden, sowohl die Erzählweise als auch die Handlung betreffend.

Rattatatam, mein Herz von Franziska Seyboldt

Über Ängste wird in der Öffentlichkeit nicht sehr viel oder oft gesprochen. Vor allem dann nicht, wenn es Ängste sind, die über ein kurzes Herzklopfen hinausgehen. Ängste, die manchmal erheblichen Einfluss auf das soziale Leben haben. Franziska Seyboldt hat mit diesem Buch den Schritt gewagt und spricht offen über ein Leben mit der Angst.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Menschen gibt, die noch nie in irgendeiner Form Angst verspürt haben. Manche mehr, manche weniger. Manche öfters, manche seltener. Es ist aber ein Thema, das jeden betrifft. Aus eigener Erfahrung oder vielleicht durch Menschen, die einem nahe stehen. Bewusst oder unbewusst.

Eine ausführliche Buchbesprechung folgt noch und wird später zusätzlich hier verlinkt.

Leinsee von Anne Reinecke

Die Welt von Karl, Sohn des großen Künstlerpaars Stiegenhauer, steht plötzlich auf dem Kopf. Bis im Garten ein kleines Mädchen auftaucht und allein durch ihre Anwesenheit alles wieder gerade rückt.

Mehr dazu bald nach Erscheinen.

Der Vorleser von Bernhard Schlink

Bestimmt hat fast jeder schon dieses Buch gelesen oder wenigstens die Verfilmung mit David Kross und Kate Winslet in den Hauptrollen gesehen. Auch mir wurde dieses Buch schon mehrfach empfohlen. Allerdings wurde mir wahrscheinlich zuletzt sogar zu viel von der Handlung erzählt. Das hat dem Ganzen vollständig die Spannung genommen und so war ich am Ende eher ernüchtert.

Der wiedergefundene Freund von Fred Uhlman

Ein unscheinbares, kleines Buch, das ich letztes Jahr von einem ehemaligen Kollegen geschenkt bekommen habe. An seinen genauen Wortlaut erinnere ich mich nicht, aber das Ende sei unvergesslich. Und genau so ist es. Den letzten Augenblick werde ich wohl nie vergessen. Ein Moment, der dafür sorgte, dass mir der Atem stockt und ich daraufhin die anfängliche Freundschaft zwischen den beiden jungen Männern immer wieder in Gedanken durchspielte. Und all das was hinterher passierte. Die Fragen „Was wäre wenn?“ und „Wieso?“ werden mich wahrscheinlich noch länger festhalten und mir durch den Kopf gehen.

Welche Bücher durften dich durch den Januar begleiten und welches davon würdest du mir am stärksten empfehlen? 

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