Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rezensionen

Eric Nil: Abifeier

Seit über dreißig Jahren sind meine Eltern glücklich verheiratet. Dass das heutzutage in vielen Fällen alles andere als selbstverständlich ist, wird auch in dem Roman Abifeier von Eric Nil schnell klar. Für viele Menschen ist das klassische Familienbild eingestaubt. Die Realität sieht mittlerweile anders aus. Wie die einzelnen Flicken einer Patchworkdecke sind in der heutigen Zeit auch Familien immer öfters wild zusammengewürfelt. In einer solchen Konstellation befindet sich auch der Ich-Erzähler der vorliegenden Geschichte. Und als wäre es nicht genug, die mehr oder weniger begeisterten Familienmitglieder und deren Gefühle unter einen Hut zu bekommen, steht auch noch die Abschlussfeier der Tochter auf dem Plan. Du kannst es dir vermutlich schon denken. Das Chaos ist damit quasi vorprogrammiert.

Emanuel Bergmann: Der Trick

Am 24. Februar 2016 wurde der Debütroman Der Trick von Emanuel Bergmann erstmals in Deutschland veröffentlicht und es freut mich umso mehr, dass ich ihn heute anlässlich des Erscheinens der Taschenbuchausgabe nochmals vorstellen darf. Die Geschichte besteht aus zwei Handlungen, die sozusagen parallel verlaufen, obwohl sie zunächst sowohl zeitlich als auch räumlich weit voneinander entfernt sind. Je mehr man liest, desto näher kommen sich die beiden Handlungsstränge, sodass schnell klar wird, dass sie sich höchstwahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt überkreuzen werden. Um euch einen besseren Einblick in die Ausgangssituation zu gewähren, möchte ich kurz näher auf die einzelnen Perspektiven eingehen.

Sarah Elise Bischof: Panthertage

Am 5. Oktober fand der so genannte Tag der Epilepsie statt, an dem sich die Autorin Sarah Elise Bischof gemeinsam mit weiteren Experten als Ansprechpartner für Betroffene, Angehörige und andere Interessierte zur Verfügung stellte. Mir hat diese Information eine Erinnerung ins Gedächtnis zurückgerufen. Und zwar daran, was ich damals beim Lesen ihrer „Panthertage“ empfand. Ein wichtiges Buch, das nicht in Vergessenheit geraten darf und das ich euch daher an dieser Stelle erneut ans Herz legen möchte.

Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben

In diesem, im mehrfachen Sinne, gewaltigen Werk von Hanya Yanagihara geht es um so vieles im Leben, das im Grunde nicht in Worte zu fassen ist. Wie vom Verlag angekündigt, verspüre ich das dringende Bedürfnis darüber zu reden und zu schreiben, finde im gleichen Augenblick aber nicht die passenden Worte, um auszudrücken, wovon es handelt oder was es mit mir gemacht hat. Vielleicht schrecke ich sogar etwas davor zurück, mich an den Laptop zu setzen. Starre anfangs auf die weisse Seite. Innerlich noch immer zutiefst betroffen von dem menschlichen Wunsch nach ein wenig Leben.

Jason Starr: Phantasien

Wenn man durch die Straßen läuft, fragt man sich hin und wieder wie es wohl hinter den verschlossenen Türen aussieht. Manche Häuser strahlen eine heile Welt aus. Aber was für ein Leben leben die Menschen, die in der eigenen Nachbarschaft oder im selben Ort wohnen wirklich? Schließlich liest man in den Nachrichten oft genug von den schrecklichsten Taten und hinterher will davon niemand auch nur etwas geahnt haben. Obwohl sich in unmittelbarer Nähe dramatische Familientragödien ereignen, die alles ins Chaos stürzen.

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne

Es liegt mehrere Wochen zurück, dass ich Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson gelesen habe. Seitdem geistert es mir immer wieder im Kopf herum. Kurze Momentaufnahmen blitzen auf, wie die Sonne, die sich einen Weg durch die Wolken bahnt. Während dem Lesen ist deutlich spürbar, dass viele Gegensätze aufeinanderprallen und so eine unvergleichbar schöne Geschichte entstehen lassen, die sich vom Mainstream abhebt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.