Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rezensionen

Sarah Kuttner: 180° Meer

Manchmal läuft es im Leben nicht rund und man trägt den ein oder anderen Ballast mit sich herum. So auch im Leben von Jule. Schon in ihrer Kindheit musste sie schauen, wie sie mit ihrer depressiven Mutter und einem Vater, der sich nach wenigen Jahren aus dem Staub machte, am besten umgeht. Bis heute ruft ihre Mutter sie regelmäßig an, um ihre eigenen negativen und meist sehr egoistischen Sorgen bei ihr abzuladen. Zu ihrem Vater hat sie gar keinen Kontakt. Als es dann noch ihre Beziehung trifft, die plötzlich Risse bekommt, ist eine Grenze überschritten. Hals über Kopf packt sie ihre Tasche und fliegt zu ihrem jüngeren Bruder nach England, um dort erstmal auf Abstand zu gehen und ihre Gefühle zu ordnen.

Nickolas Butler: Shotgun Lovesongs

Was ist Freundschaft? Für diesen Begriff eine konkrete Definition zu finden ist gar nicht so leicht. Jeder Mensch hat eine Vorstellung davon, geprägt von individuellen Erfahrungen und dem, was man von klein auf vorgelebt bekommt. Eine ebenso interessante Frage ist die nach der eigenen Heimat. Wo fühlt man sich zu Hause und wieso? Nickolas Butler verbindet diese beiden Themen und lässt hierdurch eine sehr warmherzige Geschichte entstehen.

Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch – Amerika

In Alle Toten fliegen hoch nimmt Joachim Meyerhoff den Leser mit nach Amerika. Raus aus der zwar sehr schönen und ländlichen, aber oft auch monotonen, alltäglichen Idylle. Denn genau dort, oben im Norden Deutschlands, hat der 17-jährige Joachim seine Kindheit verbracht. Nun zieht es ihn in die weite Welt hinaus und ein Stipendium für das Austauschjahr in den USA ist die beste Gelegenheit. Da er jedoch nicht der Einzige ist, der diesen großen Wunsch hegt, ist ein Auswahlverfahren die erste Hürde, der er sich stellen muss. Viele der Teilnehmer wirken auf ihn abgehoben und oberflächlich. Gefühlt trennen ihn Welten von diesen coolen, hippen Jugendlichen. Ob er da tatsächlich mithalten kann und sein Traum wahr wird?

Jenny Lawson: Irre glücklich

Beim Lesen des Klappentextes lassen Schlagwörter wie Depressionen oder Angststörungen zunächst vermuten, dass es sich bei diesem Buch inhaltlich um eine eher ernste Angelegenheit handelt. Das ist jedoch kein bisschen der Fall und dieser Eindruck hält auch nur höchstens wenige Sekunden an. Denn dreht man das Buch wieder rum und schaut sich die Vorderseite an, springt einem sofort ein frecher, ausgeflippter Waschbär ins Auge, der mit seiner überschäumenden Freude und dem breiten Grinsen absolut ansteckend ist und nicht ziemlich neugierig macht!

David Safier: 28 Tage lang

David Safier wirft einen sofort in das Geschehen. Zusammen mit der sechzehnjährigen Mira ist man als Leser unterwegs im Warschauer Ghetto. Hier versucht sie durch Schmuggeln an ein bisschen Essen zu kommen, um so für ihre Familie zu sorgen. Safier gewährt damit direkt einen ersten Blick auf den harten Alltag, die ungeheuerlichen Strapazen und die noch härteren Erniedrigungen, die zur damaligen Zeit herrschten.